Archiv der Kategorie 'Basics'

Der ultimative Veggie-Burger – Ein Drama in 5 Akten

Also erstmal bitte ich um Verständnis, dass ich die letzten Tage keine Rezepte uppen konnte, weil ich einfach viel zu viel Stress mit der Schule hatte.
Dafür gibts jetzt ein Küchen-Drama, weil ich in der letzten Woche ständig Dramen analysieren musste…
Das Stück ist nach einem langen Verbesserungsprozess endlich fertig, Die vorangegangenen Skripte waren noch nicht ganz ausgefeilt, so ist zum Beispiel öfter mal der Hauptdarsteller im 3. Akt zerbrößelt oder hat im 4. bzw. 5. Akt eine miserable Leistung erbracht. Aber hier die (vorerst?) vollendete Überarbeitung, gleichermaßen köstlich und fest, im zusammengefassten Überblick:

  • Die Figuren
  • Der Bratling
  • 1 Tasse gelbe, geröstete Kichererbsen, im Mörser zermahlen (oder halt Kichererbsenmehl)
    1/2 Tasse sehr feiner Grünkernschrot
    1/2 Zwiebel, fein gehackt
    1 Tasse heisses Wasser
    1 EL Paprikapulver
    1 EL Gemüsebrühe (Pulver!)
    1 EL Salz
    1 TL Knoblauchpulver
    1 TL Chilipulver
    1 TL Pfeffer
    1 TL Kümmel, gemahlen
    1 TL Kreuzkümmel (Cummin), gemahlen
    1 TL Curry-Pulver
    1 Schuss Olivenöl

    Alles gut verrühren, bis es eine formbare, feste Pampe ergibt (evtl mehr Wasser). Nach einer 10-15minütigen kreativen Pause ist daraus der perfekte Hauptdarsteller geworden!
    (Reicht für 6 Vorstellungen.)

  • Die Burgersemmeln
    falls beim Casting nicht das Richtige gefunden wird, alternativ durch Fladenbrot oder Ähnliches zu ersetzen

  • Die Tomatenscheiben
  • Die Zwiebelringe
  • Die Salatstreifen
  • Zweierlei Saucen
    z.B. Ketchup, Senf, vegane Mayonnaise,…

  • Das Bühnenbild

  • Es eignen sich sowohl Pommes, als auch Kartoffelsalat oder ein frischer, knackiger Salat. Für die puristischen Verfechter des modernen Theaters gibt es natürlich auch die Möglichkeit, das stück auf einer kahlen Bühne ohne Kulissen zu inszenieren.

  • 1. Akt, Exposition
  • Die Bratlingmasse, zu diesem Zeitpunkt noch roh und unansehnlich, ist isoliert und unverstanden vom intriganten Rest der Charaktere.
    Bratlingmasse Zutaten
    Im Laufe des Aktes wandelt sich die unförmige Masse in einen gutaussehenden, jungen Burger-Bratling.

  • 2. Akt, Moment der steigenden Handlung
  • Der immer noch rohe Burger beschliesst seinen Wandel zu perfektionieren. Dazu begibt er sich in die Pfanne und gerät dabei in höchste Not als diese sich erhitzt um ihm seine endgültige Gestalt zu verleien.

    Burger_Pfanne

    Als der Bratling auf schmerzhafte Weise erkennen muss, wie unüberlegt sein Handeln war, wirft er sich solange von einer seite auf die andere, bis er auf beiden gleichermaßen gebräunt ist.

  • 3. Akt, Moment der höchsten Spannung
  • Durch die Hitze abgehärtet, beschliesst unser Protagonist, mit Hilfe eines verbündeten Pfannenwenders und einem kühnen Sprung die Hölle der Pfanne zu verlassen. Doch landet er nicht wie erhofft in der Freiheit, sondern in einem Tumult, bestehend aus den restlichen Hauptdarstellern. Diese haben in ihrem Wahn die Entscheidung getroffen, den nunmehr köstlichen Bratling zu vernichten. Um ihr Ziel zu erreichen, sind sie sogar bereit, sich selbst zu opfern.

    fertiger Burger

  • 4. Akt, retardierendes Moment
  • Das sich abzeichnende Ende, die Vernichtung des Burgers durch Verschlingen, wird in Frage gestellt: Kann der Bratling, schlüpfrig von den Saucen, aus der Umklammerung der Intriganten entkommen? Wird der Bratling etwa ein falsches Spiel treiben und trotz seines köstlich anmutenden Äußeren so graunehaft schmecken, dass er nicht vernichtet, sondern lediglich leicht verwundet wird?

  • 5. Akt, Katastrophe
  • leerer Teller

    …lediglich einige kümmerliche Reste zeugen von den Gräueln, die der Burger erlitten haben muss. Die einzige Hoffnung liegt nun in seinen Verwandten und Nachkommen, ihm nachzufolgen um ihn zu rächen (oder noch besser zu schmecken^^)

    Lieblings-Rucola

    Einfach, unkompliziert und meine Lieblings-Beilage zu mediterranem Essen.

  • Zutaten
  • 1 Schale (Tüte oder was auch immer) Rucola
    10 Cocktail-Tomaten
    1 Hand voll Pinienkerne, Walnüsse oder Sonnenblumenkerne
    4 EL Zucker
    Balsamico
    Öl
    Salz
    Pfeffer
    Basilicum

  • Zubereitung
  • Rucola waschen und die Stiele abschneiden, Tomaten waschen und halbieren.
    In einer Salatschüssel 2 EL Zucker, 1/2 EL Salz, eine Prise Pfeffer mit einem Schuss Öl und einer guten Portion Balsamico miteinander verrühren. Salat und Tomaten rein und durchrühren.
    Jetzt kommt das Wichtigste: Die Kerne für die du dich entschieden hast, in einer kleinen, beschichteten Pfanne bei höchster Temparatur anrösten (Durchrühren nicht vergessen!). Wenn sie anfangen, braun zu werden, eine Stelle in der Pfanne frei machen, wo 2-3 EL Zucker in Ruhe schmelzen können. Sobald der Zucker flüssig ist, die Pfanne von der Platte nehmen, Kerne gut mit dem Zucker verrühren und auf den Salat geben. Mit Basilikum dekorieren und noch warm essen!

    Wenn ich n Mic hätte, könnte ich passend dazu auch Martinas Kandierte-Pinienkerne-Quietschen einbinden… aber vll isses so auch besser^^

    Seitan (Grundrezept)

    Seitan ist Weizeneiweiß (Gluten) und auf Grund seiner fleisch-ähnlichen Struktur für viele fleischlose bzw veganisierte Gerichte unverzichtbar, deshalb hier gleich als ALLERERSTES REZEPT die Anleitung, die ich am besten find.

    fertiger Seitan
    (So oder so ähnlich sieht der fertige Klumpen aus. Das ist aus ca 500g Mehl entstanden)

  • Zutaten
  • Weizenmehl Typ 0815 höhö
    viel lauwarmes Wasser
    Gemüsebrühe
    Sojasauce

  • Zubereitung
  • Zu erst muss das Mehl ausgewaschen werden.
    Das Mehl (1 Kilo ergibt ca 5 kleine Schnitzel) mit ausreichend Wasser zu einem festen Klumpen verkneten. Wenn möglich ne Weile ruhen lassen (30-45 Min).
    Den Teigklumpen in eine große Schüssel geben und mit lauwarmem Wasser bedecken. Dann den Teig im Wasser kneten, bis es sich komplett weiss verfärbt hat. Das macht mensch am Besten über der Spüle oder im Freien, wo die weissen Spritzer nicht so stören. Das Wasser vorsichtig abgiessen (wenn der Teig zu sehr zerbröckelt ist, durch ein Sieb). Dann wieder auffüllen und die Prozedur solange wiederholen, bis das Wasser kaum noch trüb wird, Der teig ist dann klein, gelblich und kaugummiartig.

    Kochen:
    Hier kommt der kleine Unterschied zu den meisten anderen Anleitungen: Den Seitan nicht einfach in Gemüsebrühe werfen, da er sonst so schwammig aufquillt und wie n drogenzerfressenes Hirn aussieht…
    Ihr besorgt euch am besten Gefrierbeutel, die beim Kochen nicht verschrumpeln oder reissen und befüllt sie mit einer passenden Portion Eiweiss-Kaugummi (die Tüte sollte nicht mehr als halb voll sein). Dann gebt ihr pro Tüte 2-3 Löffel Gemüsebrühe und einen Spritzer Sojasauce (evtl auch Chili) dazu und verschliesst sie mit einem Gefrier-Clip so, dass keine Luft mehr drin ist und der Seitanklumpen so wenig Platz wie möglich hat sich auszudehnen. Dabei darf ruhig was von der Brühe rauslaufen.
    Jetz ist die wesentliche Arbeit egtl schon gelaufen, ihr müsst die Tüten nur noch in einen Topf mit kochendem Wasser legen und je nach Größe der Klumpen 20-30 min kochen.

    Der feste Seitan lässt sich prima als Fleischersatz benutzen (obwohl Fleich ja egtl gar kein Lebensmittel ist^^). Z.B. in Scheiben, paniert als Schnitzel, mariniert als (Grill-)Steak oder klein geschnibbelt in Geschnetzeltem oder Chili…

    Viel Spass damit!

    EDIT: Ruhig in größeren Mengen herstellen und dann einfrieren, wenn mal schneller Bedarf besteht, zB bei ner spontanen Grillparty o.ä.